Gedicht: Die Zunge

Die Zunge – ein Organ im Mund,
das schiebt die Nahrung in den Schlund.
Doch hast du schon einmal bedacht;
die Zunge, sie hat sehr viel Macht.

Sie hilft dir nicht allein beim Schlucken
oder etwas auszuspucken.
Sie formt die Töne um in Worte,
von schöner und von böser Sorte.

Oftmals, von Tatendrang geplagt,
formt sie schon Worte, ungefragt.
Und lässt sie durch den Mund erschallen,
was niemals allen wird gefallen.

Worte ziehen weite Kreise,
mit Auswirkungen vieler Weise.
Die Zunge, sie kann trösten, klagen,
loben doch auch Wunden schlagen.

Ein Wort, das erst mal ausgesprochen,
das kommt niemals zurückgekrochen.
Drum wäge ab bevor du sprichst
was lohnt zu sagen und was nicht.

aus: „Gedankensprünge… springen weiter“ von Sibylle Hardt